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Theorie abgehakt- jetzt kommt die Praxis

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51 ausgemusterte PolizeischülerInnen
© LPD, Fritz Grundnig

Die Steiermark bekommt 51 junge Polizistinnen und Polizisten frisch aus der Ausbildung. Mit dem Ablegen der Dienstprüfung geht es daran, Erfahrungen zu sammeln.

"Erfahrungen lernt man in keiner Schule, auf keiner Universität der Welt", sagte Mag. Karl Hutter, stellvertretender Leiter der Sektion I (Präsidium) im Innenministerium beim Lehrgangsabschluss in Bad Gleichenberg (Steiermark) am 28. September 2017. "Sie haben in der Sicherheitsakademie mit der Theorie ihre Werkzeuge erhalten. Jetzt kommt das Spannende an unserem Beruf – die Praxis." Dass die 51 jungen Polizistinnen und Polizisten, die an diesem Tag das Bestehen ihrer Dienstprüfung feierten, ihre ersten Erfahrungen in "sanfter Weise" lernen würden, darum würden sich ihre Betreuungsbeamten und Ausbildungsverantwortlichen in den Polizeiinspektionen "mit hohem Engagement" kümmern.

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer betonte, der Polizeiberuf sei ein entscheidender Dienst an der Gesellschaft. Spätestens seit der Flüchtlingskrise 2015 sei die Wertschätzung offenkundig, die die Bevölkerung "ihrer Polizei" entgegenbringe.

Zwei Klassen mit insgesamt 13 Polizeischülerinnen und 38 Polizeischülern verließen mit 1. September bzw. 1. Oktober 2017 das Bildungszentrum der Sicherheitsakademie (BZS) in Graz. Leiter des BZS in Graz ist Oberst Rupert Gruber, BA MA. Sie hatten in den Wochen davor ihre Dienstprüfungen absolviert und damit den theoretischen Teil ihrer Polizeigrundausbildung abgeschlossen. In den kommenden drei Monaten kommt der letzte Praxisteil der Ausbildung auf sie zu. Dabei erwerben die Polizistinnen und Polizisten das Praxiswissen, das sie für den Dienst in ihrer Polizeiinspektion brauchen – etwa welche Eigenheiten ihr Überwachungsgebiet – der "Rayon" – hat. Danach werden sie zu Inspektorinnen bzw. Inspektoren ernannt.

Höchster Wert an Abschlüssen seit Jahren

Insgesamt beenden heuer 177 Exekutivbedienstete die Polizeigrundausbildung für die Steiermark. Das ist der höchste Wert seit Jahren. Voraussichtlich 98 Beamte gehen in Pension. 175 Bewerberinnen und Bewerber werden bzw. wurden für das Bundesland aufgenommen. Das ist der zweithöchste Wert nach dem Vorjahr, als 228 Personen für den Polizeidienst in der Steiermark aufgenommen worden sind.

"Polizistin oder Polizist zu sein, ist mehr als ein Beruf", sagte Landespolizeidirektor Mag. Gerald Ortner, MA. "Es fordert einem vollstes Engagement ab, man muss zeitliche Flexibilität mitbringen sowie Einfühlungsvermögen." Besonders wichtig sei ihm der Kontakt zwischen der Polizei und den Menschen. "Reden Sie mit den Bürgerinnen und Bürgern", forderte Ortner die Polizeischulabsolventinnen und -absolventen auf. Nur so könnten "Vertrauen und Verständnis für die Anliegen und Bedürfnisse entstehen – auf der einen wie auf der anderen Seite".
Erste praktische Erfahrungen sammelten die Absolventinnen und Absolventen der Lehrgangsklassen "PGA-25-15" und "PGA-31-15" bereits in ihrer zwei Monate dauernden Praxisphase Anfang dieses Jahres. Einige von ihnen hatten es mit "bedenklichen Todesfällen" zu tun, nahmen Räuber und Einbrecher fest und mussten sich gegen Personen durchsetzten, die "Widerstand gegen die Staatsgewalt" ausübten.

Insgesamt versehen in der Steiermark 3.460 Polizistinnen und Polizisten Dienst. Die Zahl der Exekutivbediensteten ist seit 2009 (3.308) kontinuierlich gestiegen. 2009 wurde eine bundesweite Aufnahmeoffensive gestartet. Österreichweit gibt es 28.500 Polizistinnen und Polizisten.

Artikel Nr: 289631
vom Montag,  02.Oktober 2017,  08:21 Uhr.

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