TIROL

LPD-Führungskräfte Tirol

Norbert Zobl

Landespolizeidirektor-Stv. Norbert Zobl
© BM.I / E. Weissheimer

Führungskräfte der LPD Tirol

Führungskräfte der LPD Tirol
© BM.I / E. Weissheimer

Die beruflichen Stationen von
Norbert Zobl

  • Generalmajor Norbert Zobl, geboren 1957 in Zams
  • 1. Juli 1977:
    Eintritt in die Bundesgendarmerie; nach der Grundausbildung Dienst am GP Telfs
  • 10. Jänner 1984 bis 31. Dezember 1985:
    E1-Grundausbildung (Offizierskurs) in Mödling
  • 1. Jänner 1985:
    Dienstführender Beamter
  • 1. Jänner 1986:
    Leitender Beamter, Stellvertreter des Kommandanten der Schulabteilung Absam-Wiesenhof
  • 1989 bis 2002:
    Führung der Sondereinsatzgruppe Tirol, ab 1994 Leitung des Alpindienstes
  • 1. Juli 1995:
    Kommandant der Einsatzeinheit Tirol
  • 1. Februar 1995:
    Stellvertreter des Leiters der Organisations- und Einsatzabteilung
  • 1. Juli 2002:
    LGK Tirol; Leiter der Organisations- und Einsatzabteilung
  • 1. Mai 2003:
    Vertreter des Landesgendarmeriekommandanten
  • 1. Juli 2005:
    Stellvertreter des Landespolizeikommandanten Tirol
  • 1. September 2012:
    Landespolizeidirektor-Stellvertreter (Geschäftsbereich A) Tirol

Wo sehen Sie derzeit die größten Herausforderungen in der Kriminalitätsprävention und Kriminalitätsbekämpfung in Ihrem Bundesland?

Eine erfolgreiche Kriminalitätsbekämpfung muss laufend an die vorherrschenden Verhältnisse angepasst werden. Wir haben es mit international organisierten, mobilen und bestens ausgerüsteten Tätergruppen zu tun. Aber nicht nur die Zusammensetzung und Organisation der Tätergruppen sind einem laufenden Veränderungsprozess unterworfen; auch Deliktsformen, wie Netzwerk-, Computer- und Wirtschaftskriminalität haben in letzter Zeit enorm an Bedeutung für die Polizeiarbeit gewonnen. Daran sieht man, dass eine große Herausforderung darin liegt, Trends und Entwicklungen so rechtzeitig zu erkennen, dass die strategische Ausrichtung in struktureller und fachlicher Hinsicht wirkungsorientiert getroffen werden kann. Ausgezeichnete Tools ermöglichen der Analyse des Landeskriminalamts, sehr detaillierte und auf die Region abgestimmte Lagebilder zu liefern. Darauf die spezifischen Strategien unter Einbindung aller Organisationsverantwortlichen abzustimmen, ist ein ständiger Prozess. Die zunehmende Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit ist offenkundig. Letztlich liegt eine große Herausforderung auch darin, gut aufbereitete, praktikable und vor allem gebündelte Analysen der aktuellen Kriminalitätslage an den Regeldienst weiterzugeben, denn die engagierte Mitarbeit aller Streifenbeamtinnen und -beamten ist für eine erfolgreiche Kriminalitätsbekämpfung unerlässlich. Sie bildet auch eine wesentliche Basis für den Erfolg des Landeskriminalamts.
Die Kriminalprävention ist für das Sicherheitsgefühl der Menschen ein ganz starker Hebel. Es genügt nicht mehr, erfolgreiche Polizeiarbeit über die Kriminalitätsrate, Aufklärungsquote, Ausrüstung und den Personalstand zu definieren. Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung ist ein entscheidender Faktor für den Gesamterfolg der Polizeiarbeit und das Lebensgefühl unserer Bürger und Gäste. Die große Herausforderung wird aus meiner Sicht sein, Kriminalprävention gezielt, spezifisch auf regionale Erfordernisse und Bedürfnisse auszurichten und vor allem interaktiv zwischen Bürgern, zivilen Institutionen und Polizei umzusetzen. Dieser ganzheitliche Ansatz ist für eine professionelle Polizeiarbeit unerlässlich.
Die Initiativen und Akzente des KSÖ-Landesclubs Tirol können dafür als sehr gelungenes Beispiel genannt werden.

Was planen Sie, um das Vertrauen der Menschen in die Polizei zu erhalten bzw. auszubauen?

Mein Ziel ist es, jeder Polizistin und jedem Polizisten die Bedeutung ihrer bzw. seiner Rolle hinsichtlich der Vertrauensbildung zu verdeutlichen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort sind die ersten Repräsentanten der Polizei. Von ihrem Auftreten, Einschreiten und ihrer fachlichen Kompetenz werden der Vertrauensindex und das Image ganz allgemein entscheidend mitbestimmt.
Das Projekt Polizei.Macht.Menschen.Rechte möchte ich in diesem Zusammenhang besonders betonen, es führt zu einem umfassenden Verständnis des Verhältnisses zwischen Menschenrechten und Polizei. Die Polizei hat, wie Umfragen immer wieder bestätigen, einen hohen sozialen Stellenwert und einen ausgezeichneten Ruf. Freundliches, entschlossenes, konsequentes, vor allem aber rechtmäßiges Einschreiten nach den Grundsätzen der Verhältnismäßigkeit müssen die Einschreitmaxime sein. Diese Kompetenzen werden vom Bürger zurecht von einer modernen Polizei erwartet. Ich sehe es als meine permanente Führungsaufgabe, diese Haltung zu vermitteln und organisatorische Rahmenbedingungen mitzugestalten, die eine Polizeiarbeit in diesem Sinne fördert.

Was wollen Sie in fünf Jahren erreicht haben?

Die Rahmenbedingungen sind geschaffen. Wir haben ab 1. September 2012 eine schlanke und effiziente Polizeistruktur, die über die Grenzen hinaus Beachtung findet. Wir dürfen nicht stehen bleiben. Schritt für Schritt gilt es jetzt, diese Reform im Bundesland zu verinnerlichen, umzusetzen und die innerorganisatorischen und strukturellen Erfordernisse weiterzuentwickeln. In fünf Jahren möchte ich sagen können, dass wir in Tirol weiterhin so gute Sicherheitsverhältnisse haben, dass sich unsere Bürger und Gäste wohlfühlen. Optimale Sicherheitsverhältnisse sind ja letztlich auch Grundvoraussetzung für die Attraktivität eines Wirtschaftsstandortes. Ich möchte sagen können, dass sich die Polizeiarbeit im Bundesland organisatorisch, strukturell und inhaltlich modern weiterentwickelt hat und den sicherheitspolizeilichen Herausforderungen gewachsen ist.
Alle Entwicklungsschritte sind nur dann erfolgreich, wenn es gelingt, die Mitarbeiter „mitzunehmen“. Motivierte, begeisterte und von ihrer Arbeit überzeugte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die beste Aktie einer erfolgreichen Polizeiarbeit. Die Basis dafür zu schaffen, sehe ich als eine der wesentlichen Führungspflichten.

Landespolizeidirektor-
Stellvertreter/-in

Der Landespolizeidirektor-Stellvertreter und Leiter eines Geschäftsbereiches hat den Landespolizeidirektor zu unterstützen, delegierte Aufgaben wahrzunehmen und ihn bei dessen Abwesenheit zu vertreten. Er hat den zugewiesenen Geschäftsbereich samt den seinen Büros zugeschriebenen Aufgaben koordinierend und gesamtverantwortlich für den Landespolizeidirektor zu führen.


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