Anlagebetrug

Im Bezirk Oberpullendorf kam es zu einem Internet-Anlagebetrug

Ein 54-jähriger österreichischer Staatsbürger erstattete Anzeige wegen eines schweren Internet-Anlagebetruges. Dabei gab das Opfer an, dass er im Jahr 2023 auf eine Internetseite aufmerksam wurde und durch diese der Kontakt mit dem unbekannten Täter entstand. Der unbekannte Täter stellte sich als Anlageberater vor und es kam seitens des Opfers immer wieder zu Überweisungen von Geldbeträgen auf unterschiedliche Konten nach Deutschland, Schweiz oder England. Die weitere Kontaktaufnahme erfolgte ausschließlich durch Nachrichten und Telefonate via WhatsApp. Bis zum Jahr 2026 tätigte das Opfer insgesamt 30 Überweisungen mit einer Gesamtsumme im mittleren fünfstelligen Eurobereich. Zwischenzeitlich wollte das Opfer Teile seines angeblichen Gewinns ausbezahlt haben. Dabei forderte der Täter ihn auf, eine weitere Einzahlung zu tätigen, um Teile des Gewinns ausbezahlen zu können. Das Opfer führte die Überweisung durch, jedoch kam es zu keiner Auszahlung an ihn. Da es nie zu einer Auszahlung des angeblichen Gewinns kam, erstattete das Opfer letztendlich die Anzeige bei der Polizei.

Warnsignale
• Unlizenzierte Plattformen: Der Anbieter besitzt keine gültige Lizenz einer anerkannten Finanzaufsichtsbehörde (z.?B. BaFin, FCA, FINMA). Oft fehlt auch ein Impressum oder klare Unternehmensangaben.
• Unrealistische Gewinnversprechen: Es wird mit extrem hohen, schnellen und angeblich "risikofreien" Gewinnen geworben – ein klares Warnsignal.
• Unprofessioneller oder überfreundlicher Kontakt: Die "Berater" wirken anfangs kompetent und hilfsbereit, werden aber bei kritischen Fragen ausweichend oder aggressiv.
• Starke Drängung zur Einzahlung: Anleger werden nach der Registrierung schnell kontaktiert (oft telefonisch oder per E-Mail) und unter Druck gesetzt, Geld zu investieren.
• Scheinbare Erfolge im Dashboard: Das Benutzerkonto zeigt wachsende Gewinne, obwohl in Wirklichkeit kein echter Handel stattfindet. Diese Zahlen sind oft manipuliert oder frei erfunden.
• Probleme bei Auszahlungen: Anfragen zur Auszahlung werden ignoriert, verzögert oder mit immer neuen Gebühren und Bedingungen verbunden.

Wie kann ich mich schützen?
• Überprüfung des angeblichen Online-Brokers (Plattform): Vor einer Investition sollte man auf der Webseite der Finanzmarktaufsicht (FMA) überprüfen, ob die Investmentplattform zugelassen ist. Hier kann man auch nach Warnmitteilungen suchen.
• Regulierungsstatus: Prüfen Sie, ob der Online-Broker von den zuständigen Finanzaufsichtsbehörden lizenziert ist und ob die Plattform klare Angaben zu ihrem Regulierungsstatus macht (z.B. ESMA oder FMA).
• Negativberichte und Erfahrungsberichte im Internet: Suchen Sie online nach Erfahrungen anderer Nutzer oder Warnungen (FMA, BaFin) z.B. in Foren etc.
• Unrealistisch hohe Renditeversprechen: Betrügerische Online-Broker verprechen extrem hohe und schnelle Gewinne. Seriöse Anbieter nehmen von sich aus keinen Kontakt mit Kunden auf. Der Handel mit Finanzprodukten erfolgt eigenständig und persönlich durch die Kunden über die Handelsplattform oder direkt an der Börse.
• Verhalten von echten Online-Brokern: Zugelassene Online-Broker nehmen niemals aktiv Kontakt zu Kunden auf. Sie kommunizieren auch nicht über WhatsApp oder ähnliche Messaging-Dienste und greifen nicht mit Fernwartungssoftware auf elektr. Geräte der Kunden zu.
• Keine Eile oder Druck zulassen: Betrüger setzen häufig auf Zeitdruck, um unüberlegte und schnelle Entscheidungen zu erzwingen. Dabei wird gezielt psychischer Druck ausgeübt.
• Ersteinzahlung: Betrügerische Broker fordern häufig eine Ersteinzahlung von 250 €. Zugelassene Online-Broker verlangen keine Einzahlungen.
• Unaufgeforderte Anrufe und Nachrichten: Wenn Sie unerwartet Anrufe oder Nachrichten von angeblichen Brokern oder Finanzberatern erhalten, ist das ein Warnsignal. Mitarbeiter eines seriösen Online-Brokers kontaktieren potenzielle Kunden nur auf deren ausdrückliche Anfrage.
• Wenn nach der ersten Einzahlung mehr Geld verlangt wird: Zahlen Sie keinesfalls weitere Summen.
• Zahlungsmethoden: Seriöse Online-Broker verwenden ein Kunden-Cash-Konto, das mit einem verifizierten Referenzkonto verbunden ist. Bei betrügerischen Plattformen fehlt dieses System.
• Strenge Verifizierung: Echte Online-Broker verlangen eine umfassende Identitätsprüfung (Video-Ident oder Post-Ident). Eine sehr einfache oder schnelle Kontoeröffnung ohne Prüfung ist betrügerisch.
• Transparente Gebührenstruktur: Ein seriöser Online-Broker legt Gebühren klar und verständlich offen.


Was, wenn es mal passiert ist?
• Anzeige erstatten: Wenden Sie sich umgehend an die nächstgelegene Polizeidienststelle und erstatten Sie Anzeige. Bringen Sie das Gerät, auf dem Sie die strafbare Handlung wahrgenommen haben nach Möglichkeit zur Anzeigeerstattung (z. B. Handy, Laptop) mit.
• Beweise sichern: Speichern Sie Chatverläufe, betrügerische Webseiten-Links (URLs), E-Mails, Telefonnummern, sowie Screenshots der Plattform und Ihres Benutzerkontos. Je mehr Informationen Sie dokumentieren, desto besser.
• Bleiben Sie auch nach einer Tat noch aufmerksam. Eventuell geraten Sie in das Visir von Rückholbetrügern (Recovery-Scammern), die Monate nach der Tat vorgeben Ihr Vermögen zurückholen zu können.


Rückfragen richten Sie bitte an:

Landespolizeidirektion Burgenland
Büro (L1) Öffentlichkeitsarbeit und interner Betrieb

Heidemarie GOSSMANN, KontrInspin
Pressesprecherin

Tel: +43 (0) 59133 10 1108
Mobil: +43 (0) 664 8279026
Neusiedler Straße 84, 7000 Eisenstadt
heidemarie.gossmann@polizei.gv.at
oeffentlichkeitsarbeit-b@polizei.gv.at
lpd-b@polizei.gv.at
www.polizei.gv.at


Presseaussendung
vom 06.11.2026, 08:30 Uhr

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