Bei der „Underground Economy Conference 2026“ in Straßburg wurde der Fall “SMS Blaster” aus 16 Fällen auf den 2. Platz gewählt. Ein großer Erfolg für die Cybercrime-Gruppe des Landeskriminalamts Wien.
Ca. 720 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 52 Nationen aus dem privaten und öffentlichen Sektor nahmen an der "Underground Economy Conference" teil, die sich mit Cybercrime beschäftigt. Die viertägige Konferenz richtete sich an Fachexperten aus den Gebieten Cybersicherheit, Ermittlungsdienst, Strafverfolgung und kritische Infrastrukturen. Oberstleutnant Florian Finda, Leitender Kriminalbeamter des Landeskriminalamts Wien präsentierte gemeinsam mit Mag. Carmen Kainz, Leiterin der Kompetenzstelle Cybercrime der Staatsanwaltschaft Wien den Fall "SMS Blaster", der bei der "Law Enforcement Case Competition" den 2. Platz erlangte.
Der Fall "SMS Blaster"
Im Zeitraum vom 06. April 2026 bis 14. Mai 2026 stellten Cybercrime-Ermittler des Landeskriminalamts Wien fest, dass im Großraum Wien "SMS Blaster"-Geräte eingesetzt wurden, die Phishing-SMS im großen Ausmaß an eine größere Zahl an Menschen versendete. An mehreren Tagen konnten stundenlange Bewegungen festgestellt werden, die sich täglich mehrmals wiederholten. Somit ergab der Verdacht, dass durch eine vorerst unbekannte Täterschaft mehrere Millionen betrügerische SMS im Namen namhafter Paketdienste und Mobilfunkanbieter versendet wurden.
Aufgrund akribischer Ermittlungsarbeit und Schwerpunktaktionen konnte am 14. Mai 2026 ein Tatverdächtiger in einem Pkw lokalisiert und vom Einsatzkommando Cobra festgenommen werden. Bei dem Verdächtigen handelte es sich um einen 32jährigen chinesischen Staatsbürger. Im Fahrzeug befanden sich nicht nur "SMS Blaster"-Geräte, von denen eine erhebliche Strahlenbelastung ausgeht, sondern auch sein sechs Monate alter Sohn. Eine Gefährdung der körperlichen Sicherheit für das Kleinkind war daher gegeben.
Bei einer Hausdurchsuchung wurde ein weiteres "SMS Blaster"-Gerät, zwei Notebooks, zehn Mobiltelefone, zwei Tablets und weitere technisches Equipment vorgefunden.
Der Beschuldigte war bei der Vernehmung geständig. Über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurde er in die Justizanstalt überstellt. Die Cybercrime-Gruppe des Landeskriminalamtes Wien setzt die Ermittlungen weiter fort.
Artikel Nr: 467027
vom Montag,
28.September 2026,
08:20 Uhr.
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