120 Jahre motorisierte Polizei

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Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl, Innenminister Gerhard Karner und Bundespolizeidirektor Michael Takács bei der Jubiläumsveranstaltung in der Rossauer Kaserne.

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Historische und moderne Polizeifahrzeuge bei der gemeinsamen Ringrundfahrt durch Wien. ©  LPD Wien / Gilbert BRANDL

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Ein pensionierter Polizist in historischer Uniform am Steuer eines historischen Polizeifahrzeugs. ©  LPD Wien / Gilbert BRANDL

Das Klappern von Pferdehufe auf den Pflastersteinen, begleitet von dem ziehenden Geräusch einer Kutsche – damals wie heute ein bekanntes Bild auf den Wiener Straßen. Bis zum Jahr 1906 waren Pferdekutschen die einzigen Fahrzeuge mit Pferdestärke. Das sollte sich aber bald ändern.

Am 27. September 1905 wurde erstmals eine Verordnung über Kraftfahrzeugkennzeichen in Österreich veröffentlicht. Somit durften nur Personen ein Kraftfahrzeug lenken, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Das erste Kennzeichen wurde am 7. Jänner 1906 in Wien vergeben. Die erste Führerscheinprüfung fand am 14. August 1906 in der Bundeshauptstadt statt.

Die ersten Polizeifahrzeuge
Im Jahr 1910 erhielt die Wiener Polizei ihre ersten drei Kraftfahrzeuge der Marken Austro-Fiat und Laurin & Klement. Diese dienten zunächst als Dienstfahrzeuge für den Polizeipräsidenten, Zentralinspektor der Sicherheitswache und für den Chef des Sicherheitsbüros. Bereits zwei Jahre später wurde der Fuhrpark um zwei Polizeimannschaftskraftwagen der Marke Austro-Daimler erweitert. In den folgenden Jahren wuchs der Fuhrpark laufend. In der Marokkanerkaserne wurden neben Pkw und Lkw auch Arrestantenwagen sowie Puch-Krafträder und BMW-Motorräder angeschafft.

Ein historisches Ereignis
Das historische Ereignis "120 Jahre Motorisierung der Wiener Polizei" wurde am 21. August 2026 in der Rossauer Kaserne feierlich eröffnet. Zahlreiche Ehrengäste, darunter Bundesminister für Inneres Gerhard Karner, Bundespolizeidirektor Michael Takács und Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl, nahmen an der Veranstaltung teil.
"Heute feiern wir ein ganz besonderes Jubiläum: 120 Jahre motorisierte Polizei", sagte Innenminister Gerhard Karner bei der Begrüßung und bedankte sich bei allen, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen hatten. "120 Jahre motorisierte Polizei zeigen eindrucksvoll, wie sehr sich Fahrzeuge, Technik und Ausrüstung weiterentwickelt haben. Das Wichtigste aber sind die Menschen, die hinter dem Steuer sitzen. Ihnen gilt mein besonderer Dank für die Arbeit, die Sie tagtäglich für die Sicherheit in unserem Land leisten."
Für Interessierte der Oldtimerlandschaft gab es zahlreiche historische Fahrzeuge zu besichtigen. Zu sehen waren unter anderem ein Steyr 380, ein VW Golf 1, VW T3 und T4 sowie ein grüner VW Käfer. Gleichzeitig wurden auch moderne Einsatz- und Dienstfahrzeuge präsentiert und damit die Entwicklung der polizeilichen Mobilität über mehrere Jahrzehnte hinweg sichtbar gemacht.
Bundespolizeidirektor Michael Takács erinnerte an die Anfänge der motorisierten Polizeiarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg. "Die Sternstunde der sogenannten MOT begann 1946: Damals waren elf motorisierte Polizisten auf ehemaligen Militärmaschinen unterwegs, um vor allem im Streifen- und Transportdienst zu unterstützen." In den 1960er-Jahren sei der Fuhrpark deutlich ausgebaut und eine große Zahl an Motorrädern angeschafft worden. "Die Motorisierung der Polizei war von da an nicht mehr wegzudenken. Fahrzeuge und Ausrüstung wurden laufend moderner und besser- und heute können wir stolz darauf sein, dass die österreichische Polizei über ein modernes und professionelles Fuhrparkmanagement verfügt."
Auch Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl unterstrich die Bedeutung der Mobilität für die Polizeiarbeit. "120 Jahre motorisierte Polizei – das ist ein Jubiläum, bei dem sich ein Blick zurück besonders lohnt. Über all diese Jahrzehnte hinweg war es unser Anspruch, mit der technischen Entwicklung Schritt zu halten. Denn Mobilität ist für die Polizeiarbeit entscheidend: Wir müssen bei sicherheits- und kriminalpolizeilichen Einsätzen rasch vor Ort sein. Heute gelingt uns das in vielen Fällen innerhalb weniger Minuten."
Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war die historische Ringrunde, bei der Fahrzeuge aus unterschiedlichen Epochen durch Wien fuhren. Damit wurde die Geschichte der motorisierten Wiener Polizei nicht nur in der Rossauer Kaserne präsentiert, sondern auch für die Öffentlichkeit unmittelbar erlebbar gemacht.


Artikel Nr: 465860
vom Montag,  24.August 2026,  08:00 Uhr.

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