Die diesjährige Jahresveranstaltung des Referats für Diversität stand am 24. September 2026 ganz im Zeichen des Kampfes gegen Gewalt an Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund in den Schulen. Das Bruno Kreisky Forum (BKF) in der ehemaligen Kreisky-Villa lieferte dazu einen stimmungsvollen Rahmen.
Der Bezirksvorsteher von Döbling, Daniel Resch, zeigte sich in seiner Begrüßung begeistert: Überparteiliche Zusammenarbeit mit Schulen und Polizei sei das Wichtigste beim Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund im schulischen Kontext. Und tatsächlich waren der Einladung des Referats für Diversität und des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) insgesamt vierzehn Organisationen gefolgt. Vom Bundesministerium für Inneres (BMI), mehrere Abteilungen des Landeskriminalamtes (LKA) und der Bildungsdirektion Wien über die Initiative Gemeinsam.Sicher, die MA 11 Kinder- und Jugendfürsorge und die Direktion mehrerer Wiener Schulen bis hin zu FEM Süd, der Epicenter.Academy, "Rat auf Draht" und "Ich zeige" waren alle an der Erarbeitung neuer Lösungsansätze für Gewalt gegen Frauen und Mädchen an Schulen sowie an einem offenen Austausch von Ideen und Erfahrungen interessiert.
Der Austausch erfolgte in Form von Thementischen zu den Sozialräumen Familie und Schule, dem Cyberspace und dem öffentlichen Raum. Das Konzept sah vor 15 Minuten in der Runde über Gewaltprävention in den jeweiligen Bereichen zu diskutieren und anschließend den Tisch zu wechseln. Der Austausch an den Tischen war rege und von großem, gegenseitigem Respekt getragen.
Die wichtigsten Erkenntnisse an den Tischen waren:
FAMILIE: Die Berufs- und Schulwahl bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund und deren Eltern macht die Priorisierung von Familie sowie Erwartungen und Rollenbilder sichtbar. Die Wichtigkeit von Elternarbeit mit Anbietung von Alternativen muss aus diesem Grund besonders stark betont werden.
CYBERSPACE: Gewalt in Form von verbalen Drohungen, Deepfakes und sonstigen KI-generierten Inhalten erfolgt meist durch Partner oder Ex-Partner. Die Reichweite von Social Media-Inhalten und die Schwierigkeit, diese zu kontrollieren werden meist unterschätzt. Fraglich ist, wie weit die Kontrolle von Eltern im digitalen Raum reichen sollte und ab welchem Punkt man Teenagern digitale Selbstständigkeit zutrauen sollte.
ÖFFENTLICHER RAUM: Allgemein gibt es zu wenig öffentlichen Raum speziell für Frauen und Mädchen. Safe Spaces sind eine Lösung auf Zeit. Ein eigener Frauenbereich wäre trotzdem auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln, Bädern und Kinos möglich.
SCHULE: Wichtig sind vor allem niederschwellig verfügbare Ansprechpartner bei Verdachtsfällen von Gewalt, bzw. Unsicherheit, ob ein Vorfall weitergemeldet werden sollte. Dies wird von den Beamtinnen und Beamten der Initiative Gemeinsam.Sicher bereits geleistet. Trotzdem hängt es im Moment noch sehr stark von der Initiative einzelner Lehrpersonen und Schulleitungen ab, ob Gewalt erkannt und bekämpft wird.
Artikel Nr: 467266
vom Freitag,
02.Oktober 2026,
08:00 Uhr.
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