Der betrügerische Verkäufer

Foto

Tatort in Wien Währing im Jahr 1941.

Wien 1941: Der 30jährige Mann war ein ausgesprochen gerissener Betrüger, der mit List große Firmen der damaligen Eisenindustrie täuschte.

Mit 30 Jahren war der Mann bereits sechs Mal wegen Diebstahl und Betrügereien vorbestraft und hat bereits einige Monate in österreichischen Gefängnissen verbracht. Der Mann gab sich bei seinen Taten als andere Personen aus. Einmal war er Arzt, dann Verbindungsstudent oder auch Kreditvermittler. Die Opfer fielen reihenweise auf seine Betrugsgeschäfte herein.

Nachdem der Krieg ausgebrochen war, waren Rohstoffe sehr knapp. Vor allem Eisen und Stahl waren Mangelware und das nutzte der Täter aus. Aufgrund seiner beruflichen Erfahrung in Rohstoff- und Einkaufsabteilungen bei diversen Unternehmen wusste er, wie die begehrten Bezugsscheine und Zuteilungsnummern aussahen. Zu seinen ehemaligen Kollegen der "Reichsstelle für Stahl und Eisen" in Berlin hatte der Mann noch Kontakt und nutzte betrügerisch seinen Vorteil.

Als "Geheimkurier" der Reichsstelle gab er sich bei einer Wiener Firma aus und konnte dem Firmeninhaber 1.300 Tonnen Stahl verkaufen. Die erforderlichen Papiere, die natürlich gefälscht waren, wies er dem Inhaber aus. Als Gage verlangte der Betrüger drei Reichsmark pro 100 kg. Mittlerweile hatte sich der Betrüger ein Mitarbeiternetz aufgebaut, die an mehrere Firmen Stahl verkauften und dafür eine entsprechende Provision verlangten. Als jedoch im Berliner Lager der riesige Fehlbestand beim Stahl bemerkt wurde, flog der Schwindel auf.

Aufgrund seiner Vorstrafen und wegen Betrugs nach der Kriegswirtschaftsverordnung, erhielt der Betrüger die Todesstrafe, die am 11. Juni 1941 im Wiener Landesgericht vollzogen wurde.

Quelle: Seyrl, Harald (2007): Tatort Wien, Band 2: Die Zeit von 1925 – 1944 Edition Seyrl, Wien – Scharnstein


Artikel Nr: 415416
vom Montag,  09.Oktober 2023,  08:30 Uhr.

Reaktionen bitte an die LPD Wien

Teilen

BMI - Heute

Österreich unterstützt Griechenland

Zwölf Paletten mit Schutzausrüstung wurden im Rahmen des EU-Katastrophenschutzmechanismus zur Eindämmung der hochansteckenden Seuche nach Griechenland geliefert.

© BMI

Zwölf Paletten mit Schutzausrüstung – insgesamt 60.000 Stück – wurden im Rahmen des EU-Katastrophenschutzmechanismus zur Eindämmung der hochansteckenden Seuche nach Griechenland geliefert.


INTERNATIONALES & EU

Polizeiliche Zusammenarbeit

Innenminister Gerhard Karner (re.) und sein bayerischer Amtskollege Joachim Herrmann im Gespräch.

© BMI/ Jürgen Makowecz

Bei einem Arbeitstreffen am Rande des Österreichischen Blasmusikforums im Stift Ossiach in Kärnten tauschten sich am Sonntag, 29. März 2026, Innenminister Gerhard Karner und sein bayerischer Amtskollege Joachim Herrmann zu aktuellen sicherheitspolitischen Themen aus.