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Ansprechen von Kindern durch Fremde

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© LPD

Was kann ich tun, wenn mein Kind von fremden Personen angesprochen wird? Die wichtigsten Informationen und Tipps finden Sie hier ...

Zu den Grundregeln, die sie mit Ihrem Kind vereinbaren sollten, zählen, dass es ...

- andere Personen in Gefahrensituationen sofort um Hilfe bittet und deutlich sagen kann: "Das will ich nicht!" oder "Nein!"
- Fremde stets mit "Sie" anspricht
- Ihnen und anderen Bezugspersonen stets Bescheid gibt, wo es ist
- das Fehlen von Freunden, Mitschülern und Geschwistern sofort meldet
- nie mit Fremden mitgeht oder zu ihnen ins Auto steigt
- nie Unbekannten die eigene Adresse mitteilt

Gibt es einen aktuellen Anlassfall?
Wenn Ihr Kind von einem Vorfall berichtet, bei dem es von einer fremden Person angesprochen oder sogar bedrängt wurde, bemühen Sie sich, Ruhe zu bewahren. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es jetzt bei Ihnen sicher ist und loben Sie es dafür, dass es sich Ihnen direkt anvertraut hat.

Glauben Sie dem Kind und hören Sie seiner Schilderung aufmerksam zu, ohne "nachzubohren" oder ihm Vorwürfe zu machen ("Aber ich habe dir doch schon so oft gesagt, dass du das nicht machen sollst").

Verständigen Sie sofort über Notruf 133 die Polizei, damit diese weitere Maßnahmen setzen kann.
Wie bereite ich mein Kind richtig auf solche Situationen vor?

Bringen Sie den Namen des Kindes nicht sichtbar auf dessen Kleidung, Schulranzen oder auf dem Auto, mit dem Sie es zur Schule bringen, an. Das Ansprechen des Kindes mit seinem Namen durch einen Fremden könnte zu einer Vertraulichkeit führen, die nicht gegeben ist.

Halten Sie Ihr Kind zur Pünktlichkeit an. Treffen Sie Absprachen. Halten Sie selbst ebenfalls getroffene Absprachen ein, denn das Kind lernt vom Vorbild. Erklären Sie dem Kind, wohin Sie gehen und wann Sie zurückkehren. Ein Kind muss wissen, wo es Sie erreichen kann.

Schicken Sie Ihr Kind wenn möglich gemeinsam mit anderen Kindern zur Schule oder zum Spielplatz.
Erklären sie Ihrem Kind, was ein Fremder ist. "Sprich niemals mit einem Fremden" ist eine oft gehörte, aber leider zu wenig differenzierte Aufforderung. Fremde sind schließlich zunächst viele Menschen: zum Beispiel der Kinderarzt, die Kindergärtnerin oder der Babysitter. Auch wäre es sicherlich nicht wünschenswert, wenn Sie nach einem Unfall in Gefahr schwebten und Ihr Kind keine Hilfe holen könnte, da es nicht mit "Fremden" sprechen darf.

Deshalb sollten Sie Ihrem Kind genau erklären, was Sie unter einem Fremden verstehen:
Ein Fremder ist ein Mensch, den Sie Ihrem Kind nicht bekannt gemacht haben, den Ihr Kind nicht über Sie kennt. Da sich die Differenzierung "fremd" oder "nicht fremd" als schwierig gestaltet, ist es sinnvoller, mit Ihrem Kind zu erarbeiten, wem es vertrauen kann, wie es sich in den unterschiedlichsten Situationen verhalten soll und an wen es sich bei Bedarf wenden kann.

Üben sie mit Ihrem Kind. Schauen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind nach "Sicherheitsinseln" um, zum Beispiel ein Geschäft, in dem es die Kassiererin ansprechen kann, eine Arztpraxis, in der sich in der Anmeldung ArzthelferInnen als Ansprechpartner befinden, oder ein Mehrfamilienhaus, wo es gegebenenfalls klingeln kann. Polizeiliche Erfahrungen zeigen, dass ein Täter sein Vorhaben aufgibt, wenn ein Kind zum Beispiel durch Klingeln an einem Haus um Hilfe bittet.

Ihr Kind muss lernen, Distanz zu Fahrzeugen zu halten, wenn es angesprochen wird. Es darf auf keinen Fall auf Zuruf an ein Fahrzeug herantreten. Vermitteln Sie dem Kind auch, dass ein Autofahrer besser einen Erwachsenen nach dem Weg fragen sollte. Leben Sie dieses Distanzverhalten vor: Werden Sie in Begleitung Ihres Kindes von einem Autofahrer nach dem Weg gefragt, so beugen sie sich nicht aus Höflichkeit zum Fahrzeug herunter, sondern halten Sie Distanz. Ihr Kind wird sich dieses Verhalten merken und übernehmen.

Kinder müssen auch lernen, dass sie eine Aufforderung oder einen Zuruf ignorieren und weitergehen dürfen. Erklären Sie Ihrem Kind, dass es auf Zuruf von Fremden nicht hören muss und dass es nicht unhöflich ist, wenn es einfach weitergeht. Es hat ein selbstverständliches Recht auf Selbstschutz und Sicherheit. Sagen Sie dies Ihrem Kind. Die Erfahrungen der Polizei aus vielen Opfergesprächen haben gezeigt, dass ein Kind dazu manchmal ausdrücklich eine Erlaubnis braucht.

Wenn Ihr Kind einmal gegen diese Regel verstoßen hat, schimpfen Sie nicht mit ihm, sondern gehen Sie mit ihm die getroffenen Absprachen erneut ruhig und unaufgeregt durch. Ein verängstigtes Kind wird sich in einem Wiederholungsfall nicht mehr an Sie wenden, wenn es mit einer erregten Reaktion konfrontiert wird und vielleicht auch noch Vorwürfe erntet.

Üben Sie mit Ihrem Kind, wie es sich in bedrohlichen Situationen verhalten soll, damit es im Notfall richtig reagieren kann. So sollte es sich nicht scheuen, andere Erwachsene anzusprechen, um Hilfe zu bitten oder auch laut um Hilfe zu schreien.

Wird es von einem Täter oder einer Täterin bedrängt, soll es sofort weglaufen und laut schreien. TäterInnen sind stets bestrebt, unauffällig und von der Öffentlichkeit unbemerkt ihre Kontakte zum Kind aufzubauen. Erklären sie Ihrem Kind die "3L-Fluchtregel", bei der Licht, Lärm und Leute als Orientierungspunkt für die Flucht aus Gefahrensituationen dienen.

Ihr Kind sollte die Polizei-Notrufnummer 133 kennen!

Nehmen Sie sich täglich Zeit, um mit Ihrem Kind über seine Erlebnisse und Sorgen zu sprechen. Vermitteln Sie Ihrem Kind das Gefühl, dass es Ihnen alle Erlebnisse erzählen kann, die ihm komisch vorgekommen sind oder vor denen es sich ängstigt.

Kinder sollen im Alltag Respekt und Selbstvertrauen erfahren, damit sie Selbstbewusstsein entwickeln können. TäterInnen sprechen bevorzugt unsicher und unselbständig wirkende Kinder an, daher ist Selbstbewusstsein ein wirksamer Schutz.

Artikel Nr: 290298
vom Freitag,  13.Oktober 2017,  14:19 Uhr.

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