Kriminalitätsbekämpfung

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Pilsl, Holzer, Popp und Liedhegener bei der Pressekonferenz

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Weiterer Ermittlungserfolg und internationale Kooperation im Kampf gegen Bankomatsprengungen

Bei einer internationalen Pressekonferenz im Bundeskriminalamt wurden am 25. August 2025 die jüngsten Erfolge im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Bankomatsprengungen in Österreich vorgestellt. Der Direktor des Bundeskriminalamtes sowie die Landespolizeidirektoren von Niederösterreich und Oberösterreich berichteten gemeinsam mit Europol über die aktuellen Ermittlungsfortschritte.

Besonderer Fokus galt der engen Zusammenarbeit mit den Polizeibehörden Deutschlands, insbesondere dem Polizeipräsidium Düsseldorf, und der Niederlande sowie Europol.

"Die jüngsten Festnahmen haben einmal mehr die Schlagkraft der SOKO Bankomat und die Kompetenz der Ermittlerinnen und Ermittler, auch in den Landeskriminalämtern in NÖ und OÖ, bewiesen. Der enge internationale Austausch mit den Sicherheitsbehörden in Deutschland und den Niederlanden war dabei maßgeblich am Ermittlungserfolg beteiligt. Wir sind noch nicht am Ziel angelangt, aber es wurde ein Riesenschritt nach vorne gemacht", hielt Innenminister Gerhard Karner am Rande der Pressekonferenz fest.


Aktuelle Lage und Ermittlungsstand

Am 19. August 2025 kam es in Hofkirchen im Traunkreis (Oberösterreich) zur bislang letzten Sprengung eines Geldausgabeautomaten. Unter Einbindung der Einsatzkräfte der Direktion Spezialeinheiten / Einsatzkommando Cobra konnten nur wenige Stunden nach der Tat vier tatverdächtige Personen festgenommen werden. Damit wurden im laufenden Jahr in Österreich bislang 28 Bankomatsprengungen verzeichnet, von denen 13 im Versuchsstadium verblieben.
"Jede Bankomatsprengung bedeutet große Gefahr für die Bevölkerung. Dass wir alle Taten in Oberösterreich klären konnten, ist ein großer Erfolg für die Sicherheit im Land. Dieser Erfolg ist nur durch den unermüdlichen Einsatz unserer Ermittlerinnen und Ermittlern sowie durch die hervorragende Zusammenarbeit aller beteiligten Einheiten möglich gewesen", erklärte Andreas Pilsl, Landespolizeidirektor Oberösterreichs.


Die Vorgehensweise der Täter ist durch eine besonders rücksichtslose und für unbeteiligte Personen hochgefährliche Tatausführung gekennzeichnet. Gleichzeitig verursachten die Sprengungen erhebliche materielle Schäden. Mit den aktuellen Festnahmen gelang ein weiterer wichtiger Schlag gegen diese kriminellen Gruppierungen.


"Diese motivierte und über Monate andauernde Ermittlungsarbeit war die entscheidende Grundlage für die erfolgten Festnahmen. Sie ist ein Musterbeispiel dafür, wie lokale Expertise, nationale Bündelung und internationale Kooperation ineinandergreifen. Ich gratuliere allen Beteiligten zu diesem Erfolg", sagte Franz Popp, Landespolizeidirektor Niederösterreichs.


Internationale Zusammenarbeit als Best-Practice-Beispiel

Die erzielten Erfolge wurden durch einen engen Informationsaustausch und koordinierte Maßnahmen auf internationaler Ebene ermöglicht. Österreich schloss sich im Frühjahr 2025 einem in Deutschland (Polizeipräsidium Düsseldorf) und den Niederlanden bereits bestehenden "Spiegelverfahren" an.
Durch die Verbindung der nationalen Ermittlungsverfahren und die Einbindung von Europol konnten jene entscheidenden Fortschritte erzielt werden. Diese Form der grenzüberschreitenden Kooperation gilt als Best-Practice-Beispiel gelungener gemeinsamer Ermittlungsarbeit.

"Diese erfolgreiche Operation stellt für die österreichischen Ermittlungsbehörden und Ihre Partner in Deutschland und den Niederlanden einen bedeutenden Erfolg im Kampf gegen Bankomatsprengungen dar. Durch die enge Kooperation im Rahmen der bei Europol eingerichteten Taskforce konnte entscheidendes Fachwissen gebündelt und ein wirksamer Beitrag zur Bekämpfung dieser hochspezialisierten und rücksichtlosen Tätergruppierungen geleistet werden", erklärte Jens Liedhegener, Leiter des Teams für Organsierte Eigentumskriminalität bei Europol.

"Dieser Ermittlungserfolg zeigt eindrucksvoll, dass wir durch die enge Zusammenarbeit der Polizei Düsseldorf, dem österreichischen Bundeskriminalamt, des LKA Niederösterreichs und der Polizei aus den Niederlanden auch grenzüberschreitende Formen der Organisierten Kriminalität wirksam bekämpfen können. Möglich geworden ist dieser Erfolg auch durch die wertvolle Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen des Bayerischen LKA", betonte Michael von Moltke, Kriminaldirektor des Polizeipräsidiums Düsseldorf.

"Wir blicken auf eine hervorragende Zusammenarbeit mit der österreichischen und deutschen Polizei zurück, die von Europol koordiniert wurde. Wir sind mit dem Ergebnis unserer gemeinsamen Ermittlungen und den unternommenen Anstrengungen zufrieden. Dies hat Europa viel sicherer gemacht", sagte Paul van Maren, Bezirkschef der Polizei Ostbrabant.


Übersicht der gesetzten Maßnahmen

Seit Einrichtung der Arbeitsgruppe Bankomat im Bundeskriminalamt im März 2025 konnten folgende Maßnahmen gesetzt und Ergebnisse erzielt werden:

Im Zusammenhang mit der Bankomatsprengung vom 19. August 2025:

• 4 Festnahmen
• 8 Ausforschungen
• 10 Hausdurchsuchungen (davon 1 in Österreich, 5 in Deutschland, 4 in den Niederlanden)
• Sicherstellung eines Audi RS6

Gesamtstand der Ermittlungen:

• 19 Festnahmen (darunter 2 in Kooperation mit ENFAST sowie 3 in Deutschland – 2 davon bereits ausgeliefert)
• weitere angeregte Festnahmeanordnungen
• 42 ausgeforschte Personen (33 Beschuldigte, 9 Verdächtige)
• 26 Hausdurchsuchungen (darunter 10 in den Niederlanden und 5 in Deutschland)


Rolle von ISF Lumen

Seit Jänner 2023 besteht eine internationale Kooperation zwischen dem Bundeskriminalamt und ISF Lumen, einem EU-geförderten Projekt zur Bekämpfung grenzüberschreitender und organisierter Eigentumskriminalität. ISF Lumen hat mehrfach Maßnahmen im Bereich der Bankomatsprengungen finanziell unterstützt und trägt damit wesentlich zur Stärkung der europäischen Sicherheitsarchitektur bei.

"ISF LUMEN ist ein Projekt zur Bekämpfung grenzüberschreitender und organisierter Eigentumskriminalität in Europa. Unter Federführung des Landeskriminalamts Baden-Württemberg werden unterschiedliche Phänomene beleuchtet. Die zentrale Verantwortung für das Teilprojekt der Geldautomatensprengungen liegt bei der Polizeidirektion Osnabrück. "ISF" steht für Internal Security Fund und ist ein Finanzinstrument der Europäischen Union", betonte Jens Burrichter, Polizeidirektion Osnabrück.


Ausblick

Die AG Bankomat wird ihre operativ koordinierende Arbeit mit allen Partnern, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene, fortführen, um die Serie von Bankomatsprengungen endgültig zu beenden und die verantwortlichen Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

"Das Bundeskriminalamt bildet die zentrale Schnittstelle zwischen nationalen und internationalen Ermittlungen. Durch diese operativ koordinierende Rolle gelingt es, Informationen zusammenzuführen, Maßnahmen abzustimmen und damit entscheidende Erfolge im Kampf gegen die Bankomatsprengungen zu erzielen. Unser Ziel ist es, diese Tätergruppen nachhaltig zu zerschlagen und die Sicherheit sowohl in Österreich als auch in Europa zu stärken", erklärte der Direktor des Bundeskriminalamtes, Andreas Holzer.

Text: Bundeskriminalamt


Artikel Nr: 448774
vom Donnerstag,  28.August 2025,  07:50 Uhr.

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Alle Informationen zur Neuaufnahme befinden sich unter www.polizeikarriere.gv.at .

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Information – Inspektor*in (GFP) (pdf, 245 kB)