Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen tschechischen und österreichischen Sicherheitskräften
Die Kreispolizeidirektion des Südmährischen Kreises Brünn hat im März 2025 in Zusammenarbeit mit der Landespolizeidirektion Niederösterreich die Umsetzung eines gemeinsamen Projekts unter dem Titel "Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen tschechischen und österreichischen Sicherheitskräften" gestartet.
Das genannte Projekt, das im Rahmen des Fonds für kleine Projekte, Programm Interreg Österreich–Tschechien 2021–2027 ("people to people")" umgesetzt wurde, wurde aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert und soll die grenzüberschreitende polizeiliche Zusammenarbeit zwischen Tschechien und Österreich unterstützen. Das Gesamtbudget des Projekts betrug rund 14.500 Euro, wovon rund 11.500 als Beitrag aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung stammten.
Ziel des Projekts war es, die beruflichen Kompetenzen und das interkulturelle Bewusstsein von Polizeibeamten aus den Grenzregionen der Südmährischen Region und Niederösterreichs durch Austauschaufenthalte zu stärken. Insgesamt fanden im Zeitraum von Juni 2025 bis November 2025 zehn Austauschaufenthalte in der Tschechischen Republik und in Österreich statt. An diesen Aufenthalten nahmen Polizeibeamte aus der Kriminalpolizei, der Einsatzleitung, der Verkehrspolizei sowie dem Management der Gebietsdirektionen in Grenzgebieten teil.
Austauschaufenthalt der Verkehrspolizei
Neben der Präsentation der eingesetzten Technik zur Überwachung der Verkehrssicherheit und -flüssigkeit verglichen die Polizeibeamten auch ihre Verfahren und Ausrüstung zur Dokumentation von Verkehrsunfällen, beispielsweise mittels einer geodätischen Totalstation und einer Drohne. In Österreich wurde den tschechischen Polizeibeamten die Kontrollstelle Schrick – A5 km 23 vorgestellt.
Austauschaufenthalt des kriminalpolizeilichen "Mikroteams"
Während der Austauschaufenthalte wurden Ermittlungsmethoden bei Fällen der alltäglichen Kriminalität vorgestellt. Die Kriminalbeamten nahmen an Demonstrationen moderner kriminaltechnischer Geräte und Datenbanken teil. Zudem fand ein Erfahrungsaustausch im Bereich der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit statt.
Austauschaufenthalt kriminaltechnischer Experten
Im Rahmen dieser Aufenthalte wurden insbesondere die technologischen Verfahren und die Ausstattung der einzelnen Abteilungen in den Bereichen Mechanoskopie, Spurentechnik, Dokumenten und Schriftuntersuchung sowie kriminaltechnische Ballistik verglichen. Darüber hinaus wurden die forensischen Methoden, Werkzeuge und Softwarelösungen der IT Abteilungen gegenübergestellt. Die Polizeibeamten besuchten in der Tschechischen Republik unter anderem die Ausstellung zur Polizeigeschichte auf der Burg Špilberk, eine Waffenfabrik in Blansko, eine Schuhproduktion in Zlín sowie das genetische Labor der Veterinär und Pharmazeutischen Universität Brno. In Österreich besuchten die Polizeibeamten die Waffenfabrik Steyr Arms in Kleinraming.
Austauschaufenthalt der Mitarbeiter der Einsatzleitungen
Die tschechischen Polizeibeamten trafen sich während ihres Aufenthalts in Österreich mit dem Landespolizeidirektor Franz Popp, BA MA, besuchten die Landesleitzentrale in St. Pölten sowie die Einsatzzentrale des Flughafens Schwechat in Wien. In der Tschechischen Republik besichtigten die österreichischen Polizeibeamten unter anderem das multifunktionale Trainingszentrum in Brno Reckovice, die Leitzentrale der Kreispolizeidirektion Brünn und es wurde ihnen ausgewählte Technik der Spezialeinheit für Ordnungseinsätze vorgestellt.
Austauschaufenthalt des Managements der Grenzdienststellen
Alle teilnehmenden Angehörigen der österreichischen und tschechischen Polizei sowie die Bürgermeister und Landeshauptleute begrüßten diese Treffen sehr. Während der gegenseitigen Gespräche zeigte sich, dass uns – trotz unterschiedlicher Kultur und Sprache – unsere berufliche Aufgabe und das gemeinsame Interesse an öffentlicher Ordnung und Sicherheit verbindet.
Autor: mjr. JUDr. Vladimír Vedra, Kreispolizeidirektion des Südmährischen Kreises Brünn