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„Trivium Action Days“

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© BKA / Kahn

Von 3. bis 6. November 2020 fanden die europaweiten „Trivium Action Days“ gegen Ladungsdiebstahl statt. Österreich nahm erstmals teil und setzte Drohnen mit Wärmebildkameras an Autobahnraststätten in Suben/OÖ ein.

Diebstähle von Ladungen oder auch kompletten Ladungsträgern verursachen nicht nur enorme wirtschaftliche Schäden, sondern sind auch eine große Herausforderung für nationale Polizeibehörden, da die Täter länderübergreifend agieren. Laut Angaben der Europäischen Union verlieren Unternehmen jährlich mehr als 8,2 Milliarden Euro durch Ladungsdiebstähle. Davon betroffen sind alle Waren des täglichen Gebrauchs, von Lebensmitteln bis hin zu technischen Geräten.

TRIVIUM Action Days
Die durch Frontex und Europol initiierte und koordinierte Schwerpunktaktion "Trivium Action Days" fand von 3. bis 6. November 2020 im Rahmen der European Multidisciplinary Platform Against Criminal Threats (EMPACT) statt. Das Hauptaugenmerk lag bei den sogenannten "Planenschlitzern". Die Täter schlagen auf Autobahnparkplätzen beziehungsweise Parkplätzen von Autobahnraststationen zu, schneiden die Planen von Lastkraftwägen auf und stehlen die Waren. Das Ziel dieser Aktion war nicht nur die intensive Überwachung der gefährdeten Gebiete, sondern auch die Durchführung von Kontrollmaßnahmen. Österreich nahm 2020 erstmals als europäischer Projektpartner "Cargo" an dieser Aktion teil.

Hotspot in Oberösterreich
Die Landespolizeidirektion Oberösterreich (Fahndung, Grenzmanagement, Steuerung und Analyse) führte in Zusammenarbeit mit der Landesverkehrsabteilung sowie den Autobahnpolizeiinspektionen Wels und Ried im Innkreis, dem Landeskriminalamt, dem Bezirkspolizeikommando Schärding und den örtlich zuständigen Polizeiinspektionen, dem Bundesministerium für Inneres, dem Bundeskriminalamt, der Direktion für Sondereinheiten (DSE) sowie der Landespolizeidirektion Niederösterreich mit insgesamt 34 Beamtinnen und Beamten in Suben vom 4. auf 5. November die Schwerpunktaktion durch. Dabei wurden auch mehrere Drohnen mit Wärmebildkameras, die im Rahmen der Binnengrenzüberwachung zum Einsatz kommen, verwendet. Im Überwachungs- und Kontrollzeitraum wurden verdächtige Personen sowie Fahrzeuge kontrolliert, jedoch konnten keine strafbaren Handlungen festgestellt werden.

Internationale Kooperation
Das Projekt "Cargo" wurde auf die Initiative von Deutschland am 1. Juli 2018 ins Leben gerufen, mit dem Ziel die Organisation dieser mobilen Tätergruppen, die europaweit agieren, zu zerschlagen. Dazu gelten auch ihre übergeordneten Strukturen im Bereich der Täterlogistik und die Weiterverwertung der Beute. Deutschland, Frankreich und Holland zählen zu den meist betroffenen Ländern mit tausenden Fällen im Jahr. Europaweit konnten durch diese Maßnahmen in den letzten beiden Jahren diese Diebstähle bereits um zwei Drittel gesenkt werden. In Österreich finden jährlich rund 20 derartige Vorfälle statt, bei denen die LKW-Planen durch die Täter aufgeschnitten und das Frachtgut gestohlen wird. Dennoch werden österreichische Speditionen auf den europäischen Autobahnnetzen Opfer dieser Tätergruppen.

Operative Erfolge
Die Initiierung, Koordinierung und Durchführung länderübergreifender operativer Maßnahmen unter Einbindung Europols ist einer der Hauptschwerpunkte des Vorhabens. Ermittlungserfolge konnten bereits verzeichnet werden: So wurden im Jänner 2019 unter der Mitwirkung von rund 200 Polizei- und Zollbeamtinnen und -beamten aus Polen, der Tschechischen Republik, Deutschland und Österreich in Warschau und Gorzow (Polen) zehn Mitglieder einer kriminellen Vereinigung verhaftet und Vermögenswerte von mehr als 600.000 Euro sichergestellt.

Text: Mag.a Silvia Kahn, Bundeskriminalamt

Artikel Nr: 352761
vom Mittwoch,  02.Dezember 2020,  11:27 Uhr.

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