Vermisste 31-Jährige - Verdacht des Mordes

In einer Pressekonferenz Sonntagvormittag, 30. November 2025, nahmen Landespolizeidirektor Gerald Ortner, der Leiter des Landeskriminalamts Steiermark Markus Haas, der Leiter der Kriminalpolizei Maribor Stanko Vidovic sowie Staatsanwalt Christan Kroschl zu neuen Details zum Ermittlungsstand im Fall der zunächst vermissten und schließlich tot aufgefundenen 31-jährigen Grazerin Stellung.

Wie bereits berichtet, zeigte sich der 31-jährige Hauptverdächtige in seiner Einvernahme grundsätzlich geständig und gab Hinweise zum möglichen Verbleib der 31-Jährigen. Slowenische Polizisten führten daraufhin eine gezielte Suche an diesem Ort durch und fanden einen vergrabenen Koffer, in dem sich die Leiche der 31-Jährigen befand.

Hier eine kurze Chronologie des Falles, wie er vom Leiter des Landeskriminalamts, Markus Haas, bei der Pressekonferenz geschildert wurde:
Sonntag, 23. November 2025:
Gegen 14 Uhr hätte die 31-Jährige einen Auftrag in der Innenstadt gehabt, aufgrund Nichterscheinens hielt eine Arbeitskollegin gegen 14 Uhr Nachschau an ihrer Wohnadresse, welche negativ verlief.
Gegen 18.30 Uhr hielt die Arbeitskollegin abermals Nachschau an der Wohnadresse – abermals negativ – sprach aber mit einer Nachbarin. Diese merkte an, dass der Hund wie wild bellen würde. Die Arbeitskollegin kontaktierte den Ex-Freund und Verdächtigen, damit sich dieser um den Hund kümmere.
Gegen 18:30 Uhr verständigte die Arbeitskollegin die Polizei und erstattete Abgängigkeitsanzeige. Eine Polizeistreife begab sich anschließend an die Wohnadresse. Dort trafen die Polizisten auf den nunmehr Verdächtigen. Dieser gab glaubhaft an, dass er den Aufenthaltsort der Vermissten nicht kenne und er sich nur um den Hund kümmere. Die Beamten stellten in der Wohnung zwar rudimentäre leichte Blutanhaftungen an einem Türstock, jedoch sonst keine Hinweise auf eine Gewalttat fest.
Ermittlungen im Umfeld der Abgängigen ergaben erst danach den Verdacht, dass ihr 31-jähriger Ex-Freund mit dem Verschwinden im Zusammenhang steht.
Der Verdächtige war ab diesem Zeitpunkt für die Polizei nicht mehr erreichbar. Die nunmehr festgestellten Indizien verdichteten den Verdacht gegen den 31-Jährigen.
Weitere Erhebungen ergaben, dass der 31-jährige, seit Jahren in Österreich lebende, slowenische Staatsbürger am Sonntag bzw. Montag mehrmals mit seinem Pkw nach Slowenien aus- und eingereist war.
Montag, 24. November 2025:
Die slowenische Polizei teilt mit, dass es in unmittelbarer Grenznähe zu einem Brand eines österreichischen Pkw gekommen sei. Der Besitzer des Pkw wurde in unmittelbarer Nähe angetroffen und festgenommen. Es handelte sich um den 31-jährigen Verdächtigen. Ein Europäischer Haftbefehl wurde erlassen und eine Auslieferung des Verdächtigen nach Österreich beantragt.
Dienstag, 25. November 2025:
Aufgrund von Erkenntnissen der weiteren Erhebungen wurde bei den slowenischen Behörden eine Suchaktion in einem Waldgebiet südlich von Maribor veranlasst. Es gibt familiäre Nahebeziehungen des Verdächtigen zu diesem Waldgebiet.
Mittwoch, 26. November 2025:
Die Suchaktion in Slowenien wurde ohne weitere Erkenntnisse durchgeführt. Für die Ermittler des Landeskriminalamts ergaben sich Hinweise, dass möglicherweise weitere Personen aus dem familiären Umfeld des Verdächtigen mit dem Verschwinden der 31-Jährigen im Zusammenhang stehen könnten. Zwei Männer wurden in Graz festgenommen und eine Einvernahme erfolgte.
Zahlreiche Hinweise zur Person der 31-Jährigen langten ein und mussten von den Ermittlern abgearbeitet werden.
Eine Spurensicherung am ausgebrannten Pkw des Verdächtigen ergab keine Hinweise auf den Verbleib der 31-Jährigen.
Donnerstag, 27. November 2025:
In Slowenien wurde von der dortigen Polizei weitergesucht – auch diesmal ohne weitere Erkenntnisse.
Bei der Einvernahme der zwei festgenommenen Personen machten diese keine Angaben zum Fall. Die Staatsanwaltschaft stellte einen Haftantrag – die Personen wurden in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert.
Freitag, 28. November 2025:
Gegen Mittag wurde der Verdächtige tatsächlich nach Österreich ausgeliefert und nach Graz gebracht. Die Einvernahmen starteten.
Samstag, 29. November 2025:
Nach stundenlangen Einvernahmen gestand der Verdächtige die Tat und gab Hinweise, wo die Polizei nach der Vermissten suchen solle.
Die slowenische Polizei nahm daraufhin eine konzentrierte Suche an diesem Ort vor und fand tatsächlich einen in einem Wald vergrabenen Koffer. Im Koffer fanden sie die Leiche der 31-Jährigen.
Die Staatsanwaltschaft Graz stellte einen Antrag auf Überführung des Leichnams nach Graz, damit die Gerichtsmedizin eine Obduktion zur Feststellung der Todesursache durchführen kann. Dies wird in den nächsten Tagen erfolgen.
Laut Auskunft der Staatsanwaltschaft Graz wurden die zwei weiteren Verdächtigen aus dem familiären Umfeld des Hauptverdächtigen nach gerichtlicher Prüfung aus der Haft entlassen, da durch das Geständnis des 31-Jährigen und durch das Auffinden der Leiche der Haftgrund der Verdunkelungsgefahr weggefallen sei.

Landespolizeidirektor Ortner sprach den Angehörigen des Opfers sein tiefstes Beileid aus. Er betonte in seinem Statement die gute Zusammenarbeit der österreichischen Ermittler mit den slowenischen Behörden. Er bedankte sich bei allen Beteiligten für das professionelle Handeln.
Der Leiter der Kriminalpolizei Maribor, Stanko Vidovic, informierte die Anwesenden Medienvertreterinnen und Medienvertreter über die intensiven Suchmaßnahmen der slowenischen Polizei und das Auffinden der toten 31-Jährigen auf slowenischem Staatsgebiet. Auch er lobte die gute Zusammenarbeit zwischen steirischen und slowenischen Ermittlern.
Schließlich erläuterte Staatsanwalt Christian Kroschl die Ermittlungsschritte seitens der Staatsanwaltschaft Graz und teilte mit, dass sich der Hauptverdächtige in der Justizanstalt Graz-Jakomini befindet und die Staatsanwaltschaft einen Antrag auf Untersuchungshaft gestellt hat. Weitere Ermittlungsschritte, auch zum Motiv der Tat, sind erforderlich.


Presseaussendung
vom 30.11.2025, 12:34 Uhr

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