Anna und Markus, beide 16 Jahre alt, sind seit kurzem ein Paar. Markus möchte unbedingt ein Dessous-Foto von seiner Liebsten haben. Anna erfüllt ihrem Freund den Wunsch und schickt ihm ein Bild von sich via Chat-Nachricht. So wie die Liebesgeschichte begonnen hat, ist sie schnell zu Ende. Anna macht Schluss mit Markus. Für ihn bricht eine Welt zusammen. Er möchte sich rächen und schickt das Dessous-Bild seiner Verflossenen an seine Freunde weiter, die es öffentlich stellen.
Sexting setzt sich aus den Wörtern "Sex" und "Texting" zusammen. Personen fertigen von sich selbst erotische Fotos, Nacktaufnahmen oder freizügige Videos an und verschicken sie ihren Partnerinnen oder Partnern via Internet oder Mobiltelefon.
Was für einige als normal in der Partnerschaft empfunden wird, kann für andere zu einem Teufelskreis führen. Und zwar dann, wenn die Bilder oder Videos im Freundeskreis verbreitet werden und die Person verspottet wird oder gar ihre Bilder oder Videos an die Öffentlichkeit gebracht werden.
Sextortion
Ein weiterer Begriff ist "Sextortion". Hier handelt es sich um "sexuelle Erpressung". Täter fordern vom Opfer mehr intime Bilder, mehr Geld oder mehr sexuelle Handlungen (z.B. Bildmaterial bei der Selbstbefriedigung). Sollten sie die Forderungen nicht erhalten, werden sie das bereits vorhandene Material an andere Personen weiterleiten oder veröffentlichen.
Sexting und Sextortion von Minderjährigen ist gerichtlich strafbar und fällt unter "§ 207a Bildliches sexualbezogenes Kindesmissbrauchsmaterial und bildliche sexualbezogene Darstellungen minderjähriger Personen", indem das Versenden, Weiterleiten, Besitzen oder Veröffentlichen von Nacktbildern Minderjähriger verboten ist.
Ihr Kind wurde Opfer von Sexting/Sextortion:
• Sichern Sie Bilder, Chatverlauf und Screenshots.
• Notieren Sie die Daten der Person, der das Bild/Video geschickt wurde.
• Geben Sie Ihrem Kind das Gefühl, dass es sich an Sie wenden kann, auch wenn der Vorfall unangenehm ist.
• Nutzen Sie die Meldestellen der jeweiligen Social-Media-Plattformen, um den User zu sperren.
• Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
Artikel Nr: 457310
vom Dienstag,
17.Februar 2026,
07:05 Uhr.
Reaktionen bitte an die LPD Wien