WIEN

  • LPD
  • Berichte aus der LPD Wien

Mama wird’s schon richten

Foto

© LPD Wien
© LPD

„Hallo Mama, habe versehentlich mein Handy in der Waschmaschine mitgewaschen und deshalb jetzt ein neues mit neuer Nummer.“, poppt die Textnachricht am Handy auf. Das klingt erst einmal ärgerlich aber harmlos, nicht wahr? Was aber wenn der Sohn oder die Tochter nun dringend eine Online-Banking-Überweisung tätigen müsste und dies auf dem neuen Handy noch nicht funktioniert? Da hilft man doch als Mutter gerne mit einer Überweisung.

Mit dieser neuen Variante des altbekannten Enkel-Tricks haben Betrüger und Betrügerinnen in letzter Zeit bereits Summen zwischen 2500 und 4600€ ergaunert. Da ihre Opfer zumeist ältere Frauen sind und die Täter und Täterinnen sich als deren Kind ausgeben, wird diese Masche auch der "Mama-Trick" genannt. Dabei melden sich die Betrüger und Betrügerinnen meist via What’sApp-Nachricht oder über den Facebook-Messenger und täuschen die oben beschriebene Notlage vor. Steigt das Opfer darauf ein, wird der gewünschte Geldbetrag und eine Kontonummer genannt, auf die das Geld online überwiesen werden soll. Hat das Opfer das Geld gezahlt, ist der Betrag damit in den meisten Fällen für immer verschwunden. Besonders perfide: Im Gegensatz zu anderen Varianten des Enkel-Tricks wie dem "falschen Neffen oder Enkel" oder dem "falschen Polizisten" wird kein Täter oder Täterin zum Opfer nach Hause geschickt um Geld oder andere Wertgegenstände abzuholen und die Kommunikation erfolgt rein schriftlich ohne Anrufe. Die Betrüger und Betrügerinnen haben damit viel weniger Risiko, in flagranti erwischt oder später durch das Opfer wiedererkannt zu werden!

Damit Ihnen und Ihren Angehörigen ähnlicher Kummer erspart bleibt, haben wir im Folgenden ein paar Tipps für Sie zusammengestellt, wie Sie sich gegen einen solchen Betrug schützen können:

• Zunächst eine Bitte an die Bezugspersonen von älteren Personen: Bitte klären Sie Ihre älteren Verwandten, Freunde und Freundinnen und Bekannten über alle gängigen Varianten des Enkel-Tricks auf. Sie sind als vertraute Bezugspersonen eine wichtige Unterstützung bei der Betrugsprävention!

• Falls Ihnen gegenüber eine Notlage eines Kindes oder Enkelkindes behauptet wurde: Häufig schleichen sich Logik-Fehler in die Geschichten der Betrügerinnen und Betrüger ein, wie dies auch im oben gezeigten Bild ersichtlich ist. Achten Sie also darauf, ob die Begründung warum das Online-Banking nicht funktioniert oder warum Ihr Kind oder Enkelkind gerade jetzt diese Überweisung tätigen müsste, überhaupt plausibel ist.

• Rufen Sie Ihr Kind oder Enkelkind unter der sonst üblichen Telefonnummer an und erkundigen Sie sich, ob die behauptete Geschichte stimmt. Verwenden Sie hierzu nicht die Sprachfunktion des Messenger-Dienstes über den Sie kontaktiert wurden.

• Falls das Kind oder Enkelkind nicht abhebt und Sie sich nicht sicher sind: Fragen Sie den Absender oder die Absenderin nach deren Namen. Wenn Antworten wie "Dein Kind" oder "Dein Enkelkind" oder "Sag einmal weißt du meinen Namen nicht mehr?" kommen, sollte dies ein Warnzeichen sein, dass etwas nicht stimmt! Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dem vermeintlichen Sohn oder der vermeintlichen Tochter eine Frage zu stellen, die nur er oder sie beantworten kann.

• Ein weiteres Indiz für einen Trickbetrug: Wenn Sie versuchen, auf der genannten Nummer anzurufen wird der Anruf mit der Begründung, dass das neue Handy erst noch eingerichtet werden müsse, abgeblockt.

• Wenn Sie sicher sind, eine betrügerische Nachricht erhalten zu haben: Blockieren Sie die unbekannte Nummer. Bei What‘sApp funktioniert dies indem Sie auf die Nummer tippen und anschließend noch einmal in der Kontaktinfo auf den vorletzten Punkt "Kontakt blockieren." Mit der Funktion "Kontakt melden" sollten Sie die Nummer zusätzlich noch an What‘sApp melden.

• Aber das Wichtigste: Zeigen Sie ausnahmslos jede Betrugshandlung bei der Polizei an! Tun Sie dies auch wenn Sie den Betrügerinnen oder Betrügern gar nichts gegeben haben oder wenn Sie sich schämen, auf einen Betrug hereingefallen zu sein. Denken Sie daran: Für eine Tat muss sich ausschließlich der Täter oder die Täterin schämen und je mehr Hinweise zu einem Täter oder einer Täterin eingehen umso wahrscheinlicher wird es, ihn oder sie zu fassen.

Über eine andere gefinkelte Variante des Enkel-Tricks können Sie unter dem untenstehenden Link nachlesen.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Lieben einen schönen Herbst! Seien Sie wachsam und achten Sie auf sich und Ihre Angehörigen!

Artikel Nr: 368152
vom Mittwoch,  20.Oktober 2021,  14:47 Uhr.

Reaktionen bitte an die LPD Wien

BM.I – HEUTE


Neuer Verfassungsschutz startklar

Direktor Omar Haijawi-Pirchner und Innenminister Karl Nehammer bei der Präsentation der "Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst" (DSN).

© BM/Makowecz

Die Direktion für Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) nimmt am 1. Dezember 2021 die operative Arbeit auf. Mit Anfang Dezember startet auch das Projekt "Sicherheitszentrum Meidling", dem neuen Standort der DSN.

VERANSTALTUNGEN


 

INTERNATIONALES & EU


Grenzeinsatz: Polizei in Nordmazedonien

"Sie zeigen damit Solidarität und werden einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor illegaler Migration entlang der Grenze zu Griechenland leisten", sagte Generaldirektor Ruf.

© BMI/Pachauer

Franz Ruf, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit im Innenministerium, verabschiedete am 30. Juni 2021 Polizistinnen und Polizisten, die in Kürze bei der Grenzsicherung in Nordmazedonien unterstützen sollen.


Logo Facebook  Logo Instagram  Logo Twitter  Logo YouTube

Grafik PolizeiApp